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Best of 2025: Unsere Lieblings-EPs

Auch die Extended Player sollen in unserem Jahresrückblick nicht zu kurz kommen: Hier sind unsere liebsten EPs des Jahres.


Beste EPs 2025


Ethel Cain - Perverts

Ethel Cains Perverts hat mich dieses Jahr sehr bewegt und ist für mich das beste Werk ihrer Diskografie. Es gehört nicht zu dem Universum, das in Preacher’s Daughter (2022) und Willoughby Tucker, I’ll Always Love You (2025) erzählt wird, sondern eröffnet stattdessen düstere Klangwelten. Perverts besteht größtenteils aus sehr langen Tracks, die mit Geräuschen, Stimmverzerrung, fast gänzlicher Stille und Noise-Ausbrüchen spielen. Bereits der titelgebende Opener zieht sich über zwölf Minuten, wovon ein Teil nur durch Atmen und ein leises, maschinelles Rauschen untermalt wird. Ethel Cain wirbelt im Laufe der EP viele Themen auf, die weh tun und dennoch einer Befreiung gleichen – wenn man es schafft, dem Sog der Dunkelheit und Gedankenspiralen zu entkommen. Besonders die Ambient-Sounds und die beinah paranormale Atmosphäre lassen das Werk strahlen. Cain zeigt ein eindrucksvolles Gefühl für das Spiel mit Stille und Lärm-Gewalten, wodurch sie einen Raum zwischen der Gegenwart und dem Nichtweltlichen schafft. Die ganze Review zu Perverts findet ihr übrigens hier. (Carlotta)




Flyte - Bert Jansch Studio Versions

Diese Platte von Flyte ist zart und zerbrechlich – so zerbrechlich, wie die Welt vor dem Hintergrund des Klimawandels manchmal erscheint. In diese Sphären begibt sich zum Beispiel der Song "Emily and Me", der auf der EP zu finden ist. (Luisa)




GbR - Antenne 2

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) übersetzen Stromberg in die Neue Neue Deutsche Welle. Das Saarbrückener Duo erschließt das dem Genre neue Themengebiet des tristen Büroalltags. Auf ihrer EP Antenne 2  verarbeiten sie die eigene Unzulänglichkeit, Ritalin-Abhängigkeit und Arbeitszeitbetrug – der Text immer ironisch, die Synthies immer nach vorne. Ihr Song zu "Leander Kirschner", dem Chef des Labels Bamboo Artists, dem seit Kurzem öffentlich toxische Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden, ist – ich sag mal so – auf besondere Weise gealtert. (Kaja)




Radio Free Alice - Empty Words

Die australische Band Radio Free Alice bieten mit ihrem Sänger Noah Learmonth den perfekten Ersatz für Morrissey – die Ähnlichkeit ihrers leidenden Gesangs ist nicht von der Hand zu weisen. Ihr melodischer Post-Punk transportiert auch auf ihrer diesjährigen EP Sounds in die Gegenwart, die stark an The Strokes, The Cure, Talking Heads und Joy Division erinnern. Ab in die Male Manipulator Playlist damit! (Kaja)




Sofia Isella - I‘m camera

Sofia Isella gehört für mich zu den spannendsten Musikerinnen der letzten Jahre. Die EP I'm camera behandelt Themen wie Geschlechterstereotype, Begehren und wie Technologie unser Leben bestimmt. Manche Songs erinnern etwas an Fiona Apple oder Billie Eilish, jedoch hat sie einen ganz eigenen Stil. Dieser zeichnet sich sehr durch ihre poetischen Texte und ihren Gesang, der manchmal fast nur aus Flüstern besteht, aus. "Dog's Dinner" und "Muse" gehören für mich zu den stärksten Songs der EP. Letzterer behandelt ihr ambivalentes Verhältnis zur Kreativität, ihrer Muse: "I put a pen to paper like putting a gun to my head". (Annika)



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E M A I L - U P D A T E S

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