Blond in Kiel: "Es könnte grad nicht schöner sein"
- Annika

- vor 10 Stunden
- 3 Min. Lesezeit
Blond sind momentan mit ihrem Album "Ich träum doch nur von Liebe" auf Tour und bringen die Menschenmengen zum Schwitzen. Auch in der Hafenstadt Kiel war die Indie-Pop-Band zu Gast. Wie das war und was für Überraschungen es gab, lest ihr hier.

Nach jüngsten Ereignissen und Missbrauchsvorwürfen gegen Christian Ulmen, Avaion, Epstein und Co. sind Safer Spaces für FLINTA*-Personen wichtiger denn je. Und auch als Frau möchte man vielleicht einfach mal einen Abend, an dem man den ganze Frust raustanzen und sich sicher fühlen kann.
Die dreiköpfige Band Blond aus Chemnitz ist für ihre gesellschaftskritischen und humorvollen Texte bekannt. Mit Songs wie "Ich sage Ja" fühlen sich sicherlich viele FLINTA*s gesehen:
Fass mich nicht an / Zahl mir mehr Geld / Halt dein scheiß Maul
Blond in "Ich sage Ja" (feat. Power Plush)
Die Band kündigte vorher auf Instagram an ihre Fans, die sie liebevoll Blondinators nennen, den Dresscode "Billig und Ordinär" an. Viele im Publikum folgten dem und kleideten sich, ähnlich wie Blond auf ihrem Albumcover, mit vielen bunten Farben und Glitzersteinen im Gesicht. Allgemein waren viele weiblich gelesene Personen dort.
Passend dazu war die Sängerin Mariybu als Voract gebucht, die queeren Hyperpop auf Deutsch macht und im Mai ihr drittes Album namens "FRECH" veröffentlicht. Einige mögen sie vielleicht von ihrem kürzlich erschienenen Song "Nicht alle Männer" kennen, der auf Social Media im Zusammenhang mit Collien Fernandes und für einige Demo-Aktionen verwendet wurde.
"Nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann"

Mit ihrem DJ und Kumpel Kronsi begann Mariybu in lila Licht die "Pumpe" in Kiel mit lauten Beats einzuheizen. Sie spielte Songs wie "Alpha Feminist", "Ein Tag Göttin" oder "Laut und Queer" und animierte das Publikum zum Tanzen. Zwischendurch erzählte Mariybu, dass sie selbst ein paar Jahre in Kiel gelebt hat und dort Geografie studiert hat.
Bevor sie den Song "Nicht alle Männer" spielte, sprach sie den Fall Fernandes an und meinte: "Das ist einfach eine der wenigen Sachen, die öffentlich überhaupt gemacht werden, von Sachen, die jeden Tag passieren. Davor war Pelicot, davor Epstein. Ständig sind Sachen in der Öffentlichkeit und jeden Tag passiert super viel. Ich habe letztes Jahr einen Song mit Ebow zusammen geschrieben. Das war nicht mal aufgrund von irgendwas in der Öffentlichkeit, sondern einfach private Sachen, die bei uns hochgekommen sind, wo wir dachten, das kann einfach nicht sein. Es sind nicht alle Männer, aber es sind immer Männer."
Nach einer kurzen Umbaupause und einem langen Intro zu "16 Jahr, blondes Haar" kam dann die Formation Blond auf die Bühne – mit bunten Outfits und guter Laune.
Mehr als Musik
Wer schon einmal auf einem Blond-Konzert war, weiß, dass Nina und Lotta auch gern humorvolle Geschichten erzählen. In ihrem Podcast Da muss man mal dabei gewesen sein erzählen sie Stories (aus ihrem Alltag), die die Zuhörer*innen nach eigener Aussage dann als ihre eigenen weitererzählen dürfen. Mit der Frage "Wer kann sich selber lecken?" an das Publikum starteten sie in den Song "Ich wäre so gern gelenkiger", in dem es um die Klitoris geht, die jahrelang von der Wissenschaft vernachlässigt wurde.
Mit dem Publikum wurde auch interagiert, indem Schilder vorgelesen wurden und dazu aufgefordert wurde, doch bitte mehr Schilder zu Blond-Konzerten mitzubringen. Auf zwei Schildern stand: "Mir geht die Pumpe, wenn ich euch seh" und "Die drei Fragezeichen und das mysteriöse Blond-Konzert".

Die Band erzählte von ihrem 15-jährigen Bestehen und von Johanns Erlebnis mit der Jugendweihe. Außerdem haben sie mit den Fans eine neue Blondinator-Hymne für ihr kommendes Album-Intro einstudiert. Anschließend haben Blond auf der B-Stage "Ohne Dich schlaf ich heut Nacht nicht ein" der Münchener Freiheit mit funkensprühender Flöte gecovert, wo dann spätestens auch die letzte Person mitsang.
Richtig getanzt wurde zu den lauten Beats von "SB-Kassen-Lover" und "Oberkörperfrei", wo die Moshpits in der Mitte eröffnet wurden. Bei "Männer" kam dann passenderweise nochmal Mariybu auf die Bühne und sang mit Blond den letzten Song. Mit diesem Knall verließen Johann, Nina und Lotta die Bühne.
Durchgeschwitzt und gut gelaunt machten sich die Leute auf den Nachhauseweg. Ein energiegeladener Tourstart, der wieder einmal zeigt, was für eine starke Live-Band das Trio Blond ist.
TOURDATEN
09.05.2026 Wiesbaden
10.05.2026 Erfurt
24.07.2026 Dresden
13.08.2026 Berlin


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