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Baby Queen verbannt „These Drugs“ auf Londoner Toiletten

Was erwartet man von einer Königin? Sie soll Verantwortung übernehmen und ein gutes Vorbild sein. Bella Latham hat mit Baby Queen somit auf jeden Fall den richtigen Künstlernamen gewählt. In ihrer neuen Single These Drugs erzählt sie über ihre negativen Erfahrungen mit Drogen.


Baby Queen
Foto: Universal

Bella Latham wurde in Südafrika geboren, heute lebt sie in London. Mit 13 Jahren hat sie ihre ersten Songs geschrieben, mit einer App aufgenommen und in Kapstadt als Demobänder an Freunde verteilt. Die Single Internet Religion war ihre erste als Baby Queen und erlangte direkt nach der Veröffentlichung im letzten Jahr Aufmerksamkeit. So sammelte sie erste Fans und Anhänger*innen des „Baby Kingdoms“, deren Vorbild sie nun sein darf. Vorbild ist sie, weil sie in ihren Liedern immer wichtige Themen anspricht. In Internet Religion kritisiert Baby Queen Social Media und die dort verkörperten Schönheitsideale. Diese sieht sie als Auslöser der körperdismorphen Störung, unter der sie in ihrer Jugend litt. Bei dieser Erkrankung beschäftigen sich Betroffene übermäßig mit einem eingebildeten Mangel oder befürchten eine Entstellung der äußeren Erscheinung, die Außenstehenden überhaupt nicht auffällt.

And it's louder than a cry for help /When I destroy my mental health / Because I fucking hate myself

- Baby Queen in "These Drugs"

Ihre neue Single These Drugs folgt ihrem üblichen Schema: dunkle, komplexe Texte über einer fröhlichen Akkordfolge. Baby Queen singt unverblümt über ihre Vergangenheit mit Drogen verpackt in ein Pop-Kostüm. Auf Instagram schreibt sie, es sei ihr wichtigster und persönlichster Song bisher. Die Bedeutung von These Drugs versteht man am besten, wenn man ihre Ansprache an das „Baby Kingdom“ hört:



These Drugs - Baby Queen
These Drugs - Baby Queen

„Als ich den Song geschrieben habe, ging es mir richtig mies, weil ich überzeugt davon war ein schlechter Mensch zu sein, der nichts Gutes verdient. Mein Leben ist jetzt anders. Ich bin glücklich. Ich habe gelernt, dass das Gegenmittel Dankbarkeit ist und dass ich mich um mich kümmern muss, auch wenn ich nicht will, bis daraus eine Gewohnheit wird. (...) Man muss seine traurigen Seiten zu einer Teeparty einladen. Man darf sie nicht ignorieren oder verdrängen. Wenn man nicht auf sie achtet, machen sie von selbst auf sich aufmerksam!“


I don't wanna do drugs anymore If you saw me through the eyes of a bathroom stall

- Baby Queen in "These Drugs"

Im Musikvideo verfilmt sie diese Songzeile, indem sie sich auf vier verschiedenen Toiletten befindet. Sie war selbst von der Idee fasziniert, da sie auf den Londoner Toiletten die euphorischsten und gleichzeitig die dunkelsten Zeiten ihres Leben erlebt hat. Jede der Toiletten im Video zeigt ein anderes Thema und verdeutlicht die Vielseitigkeit einer Drogensucht.


Auch wenn die Themen einen Gegenpol zu üblichen Pop-Songs bilden ist der musikalische Einfluss von Taylor Swift in These Drugs klar zu erkennen. Baby Queen gelingt es durch komplexe, direkte Texte ihre Erfahrungen und Meinungen unmissverständlich auszudrücken und sich so vom oberflächlichen Pop abzugrenzen. Mit These Drugs hat sie wieder einen wichtigen Song veröffentlicht, der vielen Menschen helfen wird, sich verstanden zu fühlen.

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