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Auch für Dich: MAJANs neue EP

Emotional, mitreißend und unverwechselbar: MAJAN veröffentlicht seine dritte EP

Für jeden aber nicht für dich und schafft es, Themen wie Drogenabhängigkeit mit tanzbaren Instrumentals zu vereinbaren.

MAJAN | Foto: Jakob Furis
Foto: Jakob Furis

Mitreißend und Zerreißend


Seine Songs sind geprägt von Zerbrechlichkeit und Offenheit. Dass er seine Verletzlichkeit auf diese Weise zeigt, macht MAJANs Musik so besonders. Marian Heim, wie MAJAN bürgerlich heißt, thematisiert ehrlich und mitreißend persönliche Ängste und Gedanken, dass es beim Zuhören weh tut - mal auf eine gute Art, mal herzzerreißend. Dazu seine rohe Stimme, die die Emotionen in sich trägt und eingängige Melodien, von Klavierballaden über Techno und Pop bis Rap schaffen einen einzigartigen, unverwechselbaren Sound. Bei anderen Künstler*innen wie Nina Chuba, Schmyt oder Clueso ist er inzwischen ein gefragtes Feature. MAJAN macht das, worauf er Lust hat und genau das kommt gut an!


Für jeden aber nicht für dich


Die EP Für jeden aber nicht für dich ist eine Sammlung von sechs schmerzhaften Songs, die von Verletzbarkeit, Einsicht und Reflexion geprägt sind.


Der Eröffnungs-Tack der EP "Tequila" hat einen bequemen R&B-Vibe, spielt in einer Party-Nacht und erzählt eine Liebesgeschichte, die zu zerbrechen droht, da die andere Person wegzieht. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob Liebe zum Bleiben reicht. Der Song ist ein leichter Einstieg in Majas Reise durchs Erwachsenwerden, prägende Erfahrungen und Erkenntnisse, auf die er uns in den folgenden Tracks mitnimmt.


"Panikweiß (feat. Schmyt)" wurde schon im Voraus aus Single veröffentlicht und erzählt die tragische Geschichte einer zerbrochenen Familie - aus Sicht einer Tochter, deren Vater seine Frau betrogen hat. Trotz ernster Thematik hat der Song ein erstaunlich fröhliches Instrumental. Dadurch entsteht das Gefühl, verloren in einem Club um die Scherben des Lebens zu tanzen: "Du hängst heilig Abend auf Raves ab / unsichtbar wie Gespenster".

Dass beide Künstler wissen wie man gute Songs zusammen macht, haben sie schon auf Schmyts Album Universum regelt bewiesen.


Whiskey, Coke und bisschen Gras


"Kokain" behandelt die Drogenabhängigkeit eines geliebten Menschen und die damit verbundenen Ängste. Der Song beginnt als ruhige Elekto-Ballade, mit Klavier und sirenenartigen Hintergrundgeräuschen, entwickelt sich jedoch nach der ersten Hook und lädt sich immer mehr auf, bis zu seinem beatlastigen Höhepunkt. Die Klimax des Songs spiegelt die in den Lyrics beschriebenen Sorgen und Ängste wieder. Der Song sticht sowohl ins Herz, als auch aus der EP heraus.


„Und ich hab' Angst, so, warum nimmst du so viel Kokain? Warum nimmst du so viel Kokain? Ich kenn' dich nicht mehr, seitdem du so viel Cola ziehst“.

Der titelgebende vierte Track "Für jeden aber nicht für dich" handelt von Selbstlosigkeit für andere, ohne Rücksicht auf sich selbst zu nehmen. Selbstbezogenheit und absolute Selbstlosigkeit zermürben sich und am Ende zerbricht die Beziehung daran. Die Klavierballade mündet in einem gefühlsgeladenen rockigen Gitarrensolo, unterlegt mit lautem Schlagzeug - Gänsehaut pur. Im Musikvideo dazu singt er direkt in die Kamera, die Person direkt ansprechend, voller Dringlichkeit.



Auch in "Krankenwagen" greift MAJAN Erfahrungen einer Beziehung auf. Wir blicken wir auf eine zerbrochene Liebschaft, die sich grade in den Abgrund lebt, an der man aber trotzdem irgendwie hängt. Er verkörpert schmerzliche Aufgabe: "Du bist immer noch da, verdammt / Und es wird schlimmer von Tag zu Tag / Und ich bringe uns an den Rand der Verzweiflung". Die Single ist ein Appell nach Heartbreak, weil man es selber nicht kann.


Weiteres Feature mit Savvy


Auch das zweite Feature der EP trifft absolut ins Herz. Auch Savvy veröffentlichte bereits Songs mit MAJAN als Feature; ein weiteres Traum-Duo. "Gedichte" thematisiert Selbstzweifel und daraus resultierende Bedenken an einer Beziehung:


"Eigentlich hoff ich nur, dass du niemals siehst wie ich aussehe aus meiner Sicht / Deine Augen halten mich für schön, so hab ich mich leider nie gesehen"

Die beiden erzählen von schlaflosen Nächten und vollen Köpfen, die nicht aussprechen können, was in ihnen vorgeht. Deshalb halten sie ihre Gefühle in Gedichten fest. Der letzte Track lässt uns alleine zurück, mit schmerzendem Herz, weil man es doch all zu gut selber kennt. Jedoch findet man den Halt in seiner Musik.


Foto: Jakob Furis

MAJAN verkörpert musikalisch die Gedanken einer jungen Generation: gebrochene Herzen und Drogenkonsum, Familie und Wolke 7, Parties und Einsamkeit. Seine Ehrlichkeit vertieft er in Für jeden aber nicht für dich und wird noch persönlicher und ernster in seinen Worten.


Die EP ist nichts zum nebenbei hören, sie ist da um gespürt zu werden. Immer und immer wieder, bis man das Gefühl nicht mehr aushält und dann wieder zu einem 0815-gute-Laune-Song greifen muss. Nach eher experimentelleren Singles kehrt er zu seinem gewohnten Sound zurück. Indie-Alternative-Trap-Rap-Pop: MAJAN eben.

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